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GHG Accounting Guide

Ein einfacher Leitfaden zum Verständnis der Treibhausgasbilanzierung

Treibhausgasbilanzierung hilft Unternehmen, die mit ihren Geschäftsaktivitäten verbundenen Emissionen zu messen, zu organisieren und zu berichten. Der am weitesten verbreitete Rahmen für unternehmerische Treibhausgasbilanzierung ist der GHG Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard.

Dieser Leitfaden dient nur der allgemeinen Information. Er bietet keine Verifizierungs-, Zertifizierungs-, Prüfungs-, Rechts- oder offizielle Treibhausgasberichterstattungsberatung.

1. Was ist GHG Accounting?

GHG Accounting ist der Prozess, Treibhausgasemissionen aus den Aktivitäten eines Unternehmens zu identifizieren, zu berechnen und zu berichten.

Eine Treibhausgasinventur kann Brennstoffnutzung, eingekauften Strom, Firmenfahrzeuge, Produktionsprozesse, Kühlsysteme, Geschäftsreisen, Transport, Abfall und Wertschöpfungskettenaktivitäten umfassen.

Die sechs häufig abgedeckten Treibhausgase sind CO2, CH4, N2O, HFCs, PFCs und SF6. Diese Gase werden normalerweise in CO2e umgerechnet, damit verschiedene Treibhausgase in einer gemeinsamen Einheit berichtet werden können.

2. Warum GHG Accounting wichtig ist

Klimabezogene Risiken steuern

Emissionsreduktionsmöglichkeiten identifizieren

Kunden- oder Investorenfragen vorbereiten

Nachhaltigkeitsberichterstattung unterstützen

Fortschritt gegenüber Klimazielen verfolgen

Energie- und Ressourceneffizienz verbessern

Ein Unternehmen kann seine Emissionen nicht richtig steuern, bis es versteht, wo sie entstehen.

3. Die fünf GHG Accounting Prinzipien

Relevanz

Das Inventar sollte das tatsächliche Emissionsprofil des Unternehmens widerspiegeln und die Entscheidungsbedürfnisse interner und externer Nutzer unterstützen.

Vollständigkeit

Das Unternehmen sollte alle relevanten Emissionsquellen und Aktivitäten innerhalb der gewählten Inventargrenze erfassen und berichten.

Konsistenz

Das Unternehmen sollte im Zeitverlauf konsistente Methoden verwenden, damit Emissionen sinnvoll von Jahr zu Jahr verglichen werden können.

Transparenz

Das Unternehmen sollte Annahmen, Methoden, Datenquellen, Einschränkungen und Ausschlüsse klar erklären.

Genauigkeit

Das Unternehmen sollte darauf abzielen, dass Emissionen nicht systematisch über- oder unterschätzt werden.

4. Die GHG-Inventargrenze

Vor der Berechnung von Emissionen muss ein Unternehmen seine Inventargrenze definieren.

Organisationsgrenze

Entscheidet, welche Teile eines Unternehmens in das Inventar aufgenommen werden. Wichtig für Tochtergesellschaften, Joint Ventures, geleaste Vermögenswerte, Franchise-Strukturen oder geteilte Eigentumsstrukturen.

Operative Grenze

Entscheidet, welche direkten und indirekten Emissionen einbezogen werden. Diese Grenze wird gewöhnlich durch Scope 1, Scope 2 und Scope 3 beschrieben.

5. Scope 1, Scope 2 und Scope 3

Scope 1

Direkte Emissionen aus Quellen, die das Unternehmen besitzt oder kontrolliert, etwa Kraftstoffverbrennung, Firmenfahrzeuge, Kältemittel oder Prozessgase.

Scope 2

Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, insbesondere Strom, Wärme, Dampf oder Kühlung.

Scope 3

Andere indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette, etwa eingekaufte Waren, Transport, Geschäftsreisen, Abfall, Nutzung verkaufter Produkte und Lebensende.

6. Scope 3 bedeutet nicht immer vollständige LCA

Eine Scope-3-Bewertung muss nicht immer eine vollständige Life Cycle Assessment aller Produkte und Tätigkeiten sein. Ein praktischer erster Schritt ist, die Wertschöpfungskette zu beschreiben, die relevantesten Kategorien zu identifizieren, verfügbare Daten zu sammeln und die größten Emissionsbereiche abzuschätzen.

7. Aktivitätsdaten und Emissionsfaktoren

Aktivitätsdaten × Emissionsfaktor = Treibhausgasemissionen

Aktivitätsdaten

Messbare Informationen über eine Aktivität, zum Beispiel kWh Strom, Liter Diesel, Tonnen Material, Kilometer Transport oder kg Abfall.

Emissionsfaktor

Ein Faktor, der Aktivitätsdaten in Treibhausgasemissionen umrechnet. Er sollte zur Region, Technologie, Zeitperiode und Datenquelle passen.

CO2e

Kohlendioxidäquivalent ermöglicht die gemeinsame Darstellung verschiedener Treibhausgase.

8. Praktische Vorbereitung

  • 01
    Grenzen festlegen Berichtsjahr, Einheiten, Standorte und Scopes bestimmen.
  • 02
    Datenquellen sammeln Rechnungen, Zählerstände, Reiseberichte, Transportdaten, Einkaufsdaten und Abfallinformationen prüfen.
  • 03
    Faktoren anwenden Geeignete Emissionsfaktoren auswählen und dokumentieren.
  • 04
    Ergebnisse prüfen Hotspots, Lücken, Annahmen und Unsicherheit erklären.

Wichtiger Hinweis

Dieser Leitfaden dient nur der allgemeinen Information. Er bietet keine Verifizierungs-, Zertifizierungs-, Prüfungs-, Rechts- oder offizielle Treibhausgasberichterstattungsberatung.